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Apple bestätigt: Google Gemini wird Siris neues Gehirn – was das für den Datenschutz bedeutet

Apple und Google gehen eine mehrjährige Partnerschaft ein: Googles Gemini-Technologie wird künftig Siri und weitere KI-Funktionen antreiben.

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Apple hat offiziell bestätigt, was sich in den letzten Monaten bereits abgezeichnet hatte: Die nächste Generation von Siri wird von Googles Gemini-Technologie angetrieben. Die Partnerschaft zwischen den beiden Tech-Giganten geht dabei über die reine Siri-Überarbeitung hinaus und soll künftig eine Vielzahl von Apple-Intelligence-Funktionen unterstützen.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple bestätigt offiziell: Google Gemini wird die nächste Generation von Siri und weitere Apple-Intelligence-Funktionen antreiben.
  • Die Gemini-Modelle laufen auf Apples Private Cloud Compute Servern, um Nutzerdaten von Google abzuschotten.
  • Die verbesserte Siri-Version erscheint voraussichtlich mit iOS 26.4 im Frühjahr 2026 und soll deutlich personalisiertere Funktionen bieten.

Apple setzt auf Google Gemini für die Siri-Revolution

In einer gemeinsamen Erklärung gaben Apple und Google bekannt, dass sie eine mehrjährige Zusammenarbeit eingegangen sind. „Nach sorgfältiger Evaluierung haben wir festgestellt, dass Googles Technologie die leistungsfähigste Grundlage für Apple Foundation Models bietet, und wir freuen uns auf die innovativen neuen Erlebnisse, die sie für unsere Nutzenden ermöglichen wird“, heißt es in Apples Statement.

Die Entscheidung für Gemini kommt nicht überraschend. Apple hatte intern einen regelrechten Wettbewerb zwischen verschiedenen KI-Modellen durchgeführt – eine Art „Bake-Off“ zwischen Googles Gemini, OpenAIs ChatGPT und Anthropics Claude. Berichten zufolge wird Apple für die Nutzung von Gemini rund eine Milliarde US-Dollar pro Jahr zahlen, was angesichts von Googles geschätzten Investitionen von über 100 Milliarden US-Dollar in die KI-Entwicklung ein vergleichsweise günstiger Deal ist.

Die verbesserte Siri-Version soll voraussichtlich mit iOS 26.4 im März oder April 2026 erscheinen – deutlich später als ursprünglich geplant. Apple hatte die neuen Funktionen bereits auf der WWDC 2024 angekündigt, musste die Einführung jedoch mehrfach verschieben.

Mehr als nur Siri: Gemini wird zum Fundament für Apple Intelligence

Die Partnerschaft beschränkt sich nicht nur auf Siri. Apple und Google erklärten, dass „die nächste Generation von Apple Foundation Models auf Googles Gemini-Modellen und Cloud-Technologie basieren wird“. Diese Modelle sollen künftige Apple-Intelligence-Funktionen antreiben, darunter eine deutlich personalisiertere Version von Siri.

Private Cloud Compute erklärt!

Private Cloud Compute ist Apples eigene Server-Infrastruktur für rechenintensive KI-Aufgaben, die nicht auf dem Gerät selbst ausgeführt werden können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Cloud-Diensten verspricht Apple hier höchste Datenschutzstandards mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Daten werden ausschließlich auf Apple-kontrollierten Servern verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben – auch nicht an Google, obwohl deren Gemini-Technologie zum Einsatz kommt.

Zu den angekündigten Verbesserungen gehören ein besseres Verständnis des persönlichen Kontexts der Nutzenden, Bildschirmerkennung und tiefere App-übergreifende Steuerungsmöglichkeiten. Apple demonstrierte beispielsweise, wie Nutzende Siri nach den Flugdaten ihrer Mutter und deren Restaurantreservierung fragen können – basierend auf Informationen aus Mail und Nachrichten.

Unklar bleibt, ob Gemini auch bestehende Apple-Intelligence-Funktionen wie Writing Tools, Image Playground oder Notification Summaries unterstützen wird. Die Unternehmen hielten sich mit Details zu spezifischen Features zurück.

Datenschutz bleibt Priorität – trotz Google-Partnerschaft

Eine der drängendsten Fragen betrifft den Datenschutz. Apple versichert, dass die Gemini-Modelle auf Apples eigenen Private-Cloud-Compute-Servern laufen werden und Nutzerdaten von Googles Infrastruktur abgeschottet bleiben. „Apple Intelligence wird weiterhin auf Apple-Geräten und auf Apples Private Cloud Compute Servern laufen, mit branchenführenden Datenschutzstandards“, heißt es in der Erklärung.

Das bedeutet konkret: Obwohl Google die zugrunde liegende Technologie bereitstellt, hat das Unternehmen keinen direkten Zugriff auf die Nutzerdaten. Apple fungiert als Vermittler und sorgt dafür, dass die Datenverarbeitung nach seinen eigenen strengen Datenschutzrichtlinien erfolgt. Die Gemini-Modelle werden speziell für Apple angepasst und auf deren Servern ausgeführt.

Dennoch dürfte die Partnerschaft bei datenschutzbewussten Apple-Nutzenden Fragen aufwerfen. Immerhin basiert Googles Geschäftsmodell traditionell auf der Datensammlung und -auswertung – ein Ansatz, der Apples Philosophie diametral entgegensteht.

Elon Musk kritisiert „unzumutbare Machtkonzentration“

Wenig überraschend ließ auch Elon Musk nicht lange auf sich warten. Der Tesla- und X-Chef kritisierte die Partnerschaft auf seiner Plattform als „unzumutbare Machtkonzentration“ für Google. Musk, der mit seinem eigenen KI-Projekt Grok an den Start gegangen ist, hatte bereits in der Vergangenheit gegen Apple gestichelt, weil das Unternehmen Grok offenbar nicht einmal in Erwägung zieht.

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Die Reaktion von Musk ist insofern bemerkenswert, als dass er selbst intensiv im KI-Bereich tätig ist und möglicherweise gehofft hatte, dass Apple auf sein Grok-Modell setzen würde. Seine Kritik dürfte jedoch wenig an der Entscheidung ändern – Apple hat sich nach eigenen Angaben für die technisch beste Lösung entschieden.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Partnerschaft zwischen Apple und Google markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der Technologiebranche. Zwei der größten Konkurrenten arbeiten zusammen, um Apples KI-Angebot zu verbessern – eine Konstellation, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.

Für Apple ist die Zusammenarbeit ein pragmatischer Schritt, um im KI-Wettlauf nicht weiter zurückzufallen. Die aktuelle Version von Siri und Apple Intelligence gilt als mindestens zwei Generationen hinter den führenden KI-Assistenten zurück. Mit Gemini als Grundlage könnte Apple diesen Rückstand deutlich verkleinern.

Interessant ist auch, dass beide Unternehmen die Partnerschaft möglicherweise nicht öffentlich bewerben werden. Apple könnte Gemini als „White-Label“-Lösung im Hintergrund nutzen, während die Marke Siri im Vordergrund steht. Das würde Apple die Flexibilität geben, in Zukunft zu einem anderen Anbieter zu wechseln oder auf eigene Modelle umzusteigen, ohne dies groß erklären zu müssen.

Die Partnerschaft ist zunächst auf mehrere Jahre angelegt, aber Apple betrachtet Gemini offenbar als Übergangslösung, bis die eigenen Modelle leistungsfähig genug sind. Ob und wann dieser Punkt erreicht wird, bleibt abzuwarten.